UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR ALLGEMEIN-, VISZERAL-, GEFÄẞ- UND TRANSPLANTATIONSCHIRURGIE

Transplantationschirurgie

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Prof. med. Dr. St. Wolff
Prof. Dr. med. A. Perrakis
Dr. med. J. Arend

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Lebertransplantation

Der Anfang der Lebertransplantation ist eng mit der Entwicklung und Standardisierung der Viszeral- und Gefäßchirurgie verknüpft. Nach umfassenden tierexperimentellen Studien wagte 1963 Thomas E.
Starzl in Denver, Colorado, USA, als erster den Versuch einer orthotopen Lebertransplanta­tion am Menschen.
Es handelte sich bei dem Patienten um ein dreijähriges Kind mit fehlender Anlage von Gallenwegen, der sogenannten Gallengangsatresie. Dieser erste Versuch scheiterte jedoch, und das Kind verstarb intraoperativ
an nicht beherrschbaren Blutungen. In Deutschland wurde durch Alfred Gütgemann (Bonn) 1969 die erste orthotope Lebertransplantation durchgeführt.

In den folgenden Jahren waren die Ergebnisse der Lebertransplantation eher ungünstig, und nur wenige Zentren hatten den Mut, eine solche technisch sehr schwie­rige Operation, die zu dieser Zeit eher einen experimentell-therapeutischen Charakter hatte, durchzuführen. Doch seit Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts hat die Lebertrans­plantation eine rasante klinische Entwicklung erfahren. Neue, wesentliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Transplantationsimmunologie mit einem umfassenderen Verständnis der immunologischen Vorgänge, die eine Ab­stoßung des Fremdorgans verursachen können, waren die Grundlage der modernen Transplantationsmedizin. Die Entdeckung neuer, sehr potenter Immunsuppressiva, also Medikamente, welche die Abstoßungsreaktion nach der Organverpflanzung verhindern, wie Cyclosporin A oder FK-506, haben ihrerseits einen entscheidenden Anteil an der Verbesse­rung der Ergebnisse nach einer Lebertrans­plantation. Die Standardisierung der Opera­tions- und Narkosetechnik, die Optimierung der Organkonservierung durch spezielle Konservierungslösungen, eine klar definierte Patientenauswahl und die Verbesserung der postoperativen intensivmedizinischen Ver­sorgung sind Grundlage dafür, dass sich die Lebertransplantation von einem eher experi­mentellen Verfahren der ersten Jahre zu einem klinisch anerkannten Routineverfahren zur Therapie zahlreicher Lebererkrankungen entwickelt hat. Im Eurotransplant-Raum (Österreich, Belgien, Kroatien, Niederlande, Slowenien, Luxemburg, Deutschland) werden jährlich ca. 1700 Lebern transplantiert. Die Erfolgsrate liegt mittler­weile nach 5 Jahren bei etwa 75-80%.

Wesentliche zukünftige Entwicklungen und wichtige Neuerungen auf dem Gebiet der Lebertransplantation betreffen die weitere Verbesserung der Immunsuppression mit dem Fernziel einer Toleranzinduktion. Die Ent­wicklung spezifischer monoklonaler Anti­körper, die gezielt in die Kaskade der Immun­antwort eingreifen, könnte hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten. Ein weiterer wichtiger Forschungsschwerpunkt der Trans­plantationschirurgie zielt auf eine Lösung der Problematik der Organknappheit. Ein Ansatz, dieser Problematik zu begegnen, sind die Splitlebertransplantation sowie im begrenzten Maße die Lebendspende, wie sie bereits bei der Nierentransplantation routinemäßig durchgeführt wird. Die Übertragung eines Organes vom Tier auf den Menschen ist dagegen aufgrund bislang ungelöster bio­chemischer und immunologischer Probleme noch nicht gelöst. Welche Bedeutung die Gentechnologie für die Trans­plantationschirurgie haben wird, lässt sich heute noch nicht endgültig abschätzen.

Für die Durchführung einer Lebertransplanta­tion ist eine enge Kooperation zwischen Chirurgen, Gastroenterologen und Anästhesisten unbedingt erforderlich.

Folgende Fachbereiche bzw. Institute werden für die Durchführung einer Lebertransplantation zusätzlich benötigt:

  • Chirurgische Intensivtherapie
  • Radiologie
  • Blutspendedienst
  • Pathologie
  • Klinisches Labor
  • Mikrobiologie und Virologie
  • Nephrologie (Dialyse)
  • Neurologie/ Psychiatrie
  • Immunologie

Die Listung zur Transplantation erfolgt bei der ET-Zentrale in Leiden (Niederlande).

Letzte Änderung: 06.08.2019 - Ansprechpartner:

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