UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR ALLGEMEIN-, VISZERAL-, GEFÄẞ- UND TRANSPLANTATIONSCHIRURGIE

Erkrankungen des Magens

 

Magengeschwüre (Magenulkus)

Magengeschwüre sind Folge einer schweren Entzündung der Magenschleimhaut. Sie entstehen durch ein Ungleichgewicht zwischen schützenden und schädigenden Faktoren im Magen. Ein Großteil der Magengeschwüre ist durch eine bakterielle Infektion (Helicobacter pylori) bedingt. Als weitere Ursachen zählen die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR), Rauchen und Stress.

Die Beschwerden sind meist unspezifisch. Viele Patienten klagen über Appetitlosigkeit, Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch. Als Komplikationen eines Magengeschwürs zählen die Blutung, die Perforation (Magendurchbruch) oder nach längerem Verlauf eine Einengung mit Einschränkung der Nahrungspassage (narbige Stenose).

Das Magengeschwür kann im Rahmen einer Magenspiegelung sicher erkannt werden und wird heutzutage medikamentös (mit sogenannten Säureblockern und ggf. Antibiotika) behandelt.
Eine Operation ist nur bei Komplikationen (Blutung, Perforation, Stenose) notwendig. Diese werden in unserer Klinik in den meisten Fällen minimal-invasiv durchgeführt.

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Gutartige Magentumore

Gutartige Magentumore sind sehr selten und verursachen in der Regel keine Beschwerden. Sie können jedoch ab einer gewissen Größe zu Komplikationen (Blutung, Behinderung der Nahrungspassage) führen. Ist eine Entfernung im Rahmen einer Magenspiegelung (endoskopisch) nicht möglich, kann der Tumor bei Vorliegen von Komplikationen durch einen minimal-invasiven Eingriff durch eine Magenteilentfernung beseitigt werden. 

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Magenoperationen bei Übergewicht (Adipositas)

Bei krankhaftem Übergewicht kann nach Versagen von nicht-operativen Therapien (Diät, Ernährungstherapie, Bewegungstherapie) eine Operation in Erwägung gezogen werden. Ziel dieser Operationen ist eine deutliche Reduktion des Übergewichtes sowie eine Beeinflussung von Erkrankungen, die durch das Übergewicht entstanden sind (z.B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit). Bei diesen Operationen wird zum Beispiel ein Silikonband um den oberen Anteil des Magens platziert und somit eine kleiner Vormagen geschaffen, der ein frühes Sättigungsgefühl erzeugt (Magenband). Bei einer anderen Operation (Schlauchmagenbildung) wird ein großer Teil des Magens entfernt und ein schmaler Schlauch in Verlängerung der Speiseröhre geschaffen. Dieser erzeugt ebenfalls ein frühes Sättigungsgefühl und somit eine hohen Gewichtsverlust. Nähere Informationen zu diesen Operationen finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik Adipositaschirurgie.

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Magenkrebs

Das Magenkarzinom (Magenkrebs) ist eine bösartige Erkrankung der Magenschleimhaut, deren Häufigkeit in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen hat. In fortgeschrittenen Stadien kann das Magenkarzinom benachbarte Lymphknoten und später die Leber und das Bauchfell befallen (Metastasen - Tochtergeschwülste). Als Risikofaktoren für die Entstehung eines Magenkrebses gelten eine länger andauernde Entzündung der Schleimhaut (vor allem durch das Bakterium Helicobacter pylori), bestimmte Essgewohnheiten (z.B. häufiger Genuss von gegrilltem und gepökeltem Fleisch), Rauchen und Alkohol sowie bestimmte genetische Veränderungen.

Klassische Symptome sind selten. Meist klagen die betroffenen Patienten über Schmerzen im Oberbauch, Gewichtsverlust, Übelkeit oder Erbrechen sowie eine Abneigung gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln (z.B. Fleisch). Bei tumorbedingten Blutungen kann es zu Bluterbrechen und schwarzem Stuhl (Teerstuhl) oder - bei leichten Blutungen - zu Blutarmut mit allgemeiner Schwäche und Müdigkeit kommen.

Die Diagnose kann in der Regel im Rahmen einer Magenspiegelung durch eine Probenentnahme gestellt werden. Durch zusätzliche Untersuchungen (endoskopischer Ultraschall, CT, Bauchspiegelung) ist es möglich, das Ausmaß der Tumorerkrankung zu bestimmen (Einbruch in Nachbarorgane, Tochtergeschwülste).

Bei der Behandlung des Magenkrebses steht die operative Therapie unverändert im Mittelpunkt. Ziel ist eine komplette Entfernung (kurative Resektion). Hierzu ist eine komplette Entfernung des Magens oder eine Entfernung des Großteils des Magens inklusive der benachbarten Lymphknoten notwendig. Das Ausmaß der Operation hängt vom Tumorstadium, der Lage und vom pathologischen Typ des Krebses ab. Im Einzelfall kann der operative Eingriff in minimal-invasiver Technik durchgeführt werden.

Wird im Rahmen der erweiterten Untersuchungen ein fortgeschrittenes Tumorstadium festgestellt, sollte vor Operation eine Vorbehandlung (Chemotherapie) mit dem Ziel der Tumorverkleinerung und zur Verbesserung der Prognose durchgeführt werden. Die Entscheidung bezüglich der Behandlungsstrategie wird in unserer Klinik für jeden Patienten im Rahmen einer gemeinsamen Tumorkonferenz mit den entsprechenden Spezialisten der Pathologie, Inneren Klinik, Onkologie, Strahlentherapie getroffen. Ziel ist es, für jeden Patienten die optimale Therapie entsprechend des Tumorstadiums festzulegen.

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Gastrointestinale Stromatumore (GIST)

Gastrointestinale Stromatumore (GIST) repräsentieren eine seltene Tumorerkrankung und können in genetischer Hinsicht klar von klassischen Krebserkrankungen unterschieden werden. Sie sind eine Erkrankung des höheren Lebensalters und befallen häufiger Männer.

GIST können im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten. Der Magen stellt jedoch die häufigste Tumorlokalisation dar. Ursächlich verantwortlich sind genetische Veränderungen. Die begleitenden Symptome sind oft unspezifisch und resultieren bei großen Tumoren durch eine Behinderung der Nahrungspassage oder durch einen Druck auf benachbarte Organe. In manchen Fällen werden sie zufällig entdeckt.

Die radikale operative Entfernung des GIST stellt derzeit die Therapie der Wahl dar. Ein Sicherheitsabstand zum Tumor von 2 - 5 cm wird als ausreichend angesehen. Eine Entfernung der benachbarten Lymphknotenstationen, die bei klassischen Krebserkrankungen des Verdauungstrakts zum Standard gehören, ist in der Regel nicht erforderlich. Je nach Tumorgröße und Lage erfolgt eine partielle oder komplette Entfernung des Magens, ggf. mit Entfernung von Nachbarorganen. Die meisten Operationen werden in unserer Klinik in minimal-invasiver Technik durchgeführt.

Sollte nach Abschluss der diagnostischen Untersuchungen vor Operation eine radikale Operation nicht möglich sein oder fraglich erscheinen, kann eine Vorbehandlung mit einem Medikament (Imatinib) zur Tumorverkleinerung notwendig sein. Herkömmliche Chemo-oder Strahlentherapien haben bei der Behandlung aufgrund fehlender Wirksamkeit keinen Stellenwert.

Auch bei diesen Tumoren erfolgt in unserer Klinik die Besprechung jedes Patienten im Rahmen einer gemeinsamen Tumorkonferenz. Grundsätzlich sollte die Behandlung von Patienten mit einem GIST in einem erfahrenen Zentrum erfolgen.

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Letzte Änderung: 26.03.2018 - Ansprechpartner:

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